Andachten

Wöchentliche Andachten zum Innehalten und Kontakt-Halten

letzte Änderung 2.6. 2020

 

Andacht zum 17.5. von Christian Glatschke

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Andacht zum Sonntag  (10.5.2020) Muttertag : Eine Ode an die Mütter

von Pfarrerin Maral Zahed 

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Andacht zum Sonntag Jubilate (3.5.2020)

Von Pfarrerin Karin Volke-Klink

Liebe Gemeinde,

„Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben“ ein wunderbares Bild der Verbundenheit, zwischen Jesus und den Menschen, die sich ihm angeschlossen haben. Ich wie krassem Gegensatz steht dieses Bild aus dem Johannesevangelium zu dem, was wir gerade erleben. Wir sind hin und her gerissen, zwischen Gefühlen der Verbundenheit und der Notwendigkeit des Abstandes.

Wie viele ältere Menschen sagen: „Meine Kinder und Enkel nicht sehen zu können, das ist schlimmer als der Tod. Sterben muss ich doch eh.“ Aber auch junge Menschen kommen an die Grenze dessen, was sie ertragen. Einsamkeit zermürbt, in jedem Alter. Auch Familien, die eng zusammenleben, können sich da einsam fühlen, weil die Last der Verantwortung nicht mehr geteilt werden kann. Und wer nicht mehr viel erlebt, hat seinem Gegenüber auch nicht mehr so viel zu erzählen. Wie gut tut es, wenn man sich da Humor bewahren kann, wenn sich Spannungen wieder in ein Lachen auflösen, wenn man merkt, wir schaffen das, auch in schwierigen Zeiten.

Das Bild vom Weinstock zeigt mir einen Weg der Verbundenheit, der uns auch in Coronazeiten offensteht: Die Verbundenheit mit Jesus Christus, die Verbundenheit im Glauben, auch mit anderen Menschen, die wir nicht sehen können. Jesus bezeichnet sich als Weinstock. Ein Weinstock wurzelt und schöpft aus einem tiefen Grund. Er ist verbunden mit der Erde und treibt Blätter und Früchte hervor. Wir Christen werden mit den Früchten verglichen. Durch die Verbundenheit mit dem Weinstock finden wir Halt und Nahrung. Auch die Nahrung, die wir in dieser Zeit besonders brauchen: Hoffnung, Zuversicht, und die Gewissheit, dass es etwas gibt, das stärker ist als der Tod.

Viele diskutieren, wie weit Lockerungen gehen dürfen und wie sich das mit dem Schutz der Schwachen verträgt. Der Schutz der Schwachen liegt uns als Christen ganz besonders am Herzen. Aber können nicht auch ältere Menschen selbst sagen, was ihnen wichtiger ist: Schutz vor Krankheit oder Begegnung mit dem Liebsten, in der überschaubaren Lebenszeit, die einem noch bleibt? Solange Menschen bei klarem Verstand sind, darf man ihnen da auch eine eigene Verantwortung zutrauen. Ich will niemanden zu Leichtsinn anstiften. Aber Lebenserhaltung um jeden Preis steht manchmal im Gegensatz zur Würde des Menschen.

Wir als Kirche haben beim Schutz der Schwachen eine besondere Verantwortung. Zu diesen Schwachen gehören auch diejenigen, die sich der Pflege der Menschen und dem Kampf gegen die Krankheit besonders verschrieben haben. Deshalb: Vernunft bleibt wichtig, Abstand nötig, und die Zuversicht bleibt wichtig: Wir sind verbunden, mit unserem Glauben, der in uns eingewurzelt ist. Wir sind verbunden in Jesus Christus, als Gemeinde untereinander und wir sind und bleiben verbunden, mit den Menschen, die wir lieben.

Denn Liebe - das haben wir von Jesus Christus gelernt - Liebe ist stärker als der Tod.

Herzlich grüßt Sie ihre Pfarrerin

Karin Volke-Klink

Andacht zum 26. 4. von Christian Glatschke

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Andacht zum 19. 4. von Lektor Thomas Krause

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Die Osterbotschaft von Pfarrer Matthias Schwarzer

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Unser Leben ist zerbrechlich.

Heute feiern wir Ostern und ich frage mich, was wir heute eigentlich feiern wollen, in Zeiten der Corona-Krise.

Ich glaube, Ostern hat für uns dieses Jahr eine ganz eindeutige Botschaft.

Unser Leben ist zerbrechlich.

Heute habe ich den Eindruck, vor der Corona-Krise war alles noch eine glänzende Erfolgsgeschichte. Wir haben uns gesonnt in unserem Fortschritt, dem Zutrauen in unsere Fähigkeiten, unsere Kompetenzen – ganz persönlich, aber auch darin, was wir erreicht haben als Nation, als Deutschland, als Europa oder auch insgesamt als Menschheit.

Schließlich sind wir einen weiten Weg gekommen und haben riesige Fortschritte gemacht in der Technik, der Wirtschaft und den Wissenschaften. Auch im zwischenmenschlichen und pädagogischen Bereich haben wir enorm dazu gelernt.

Ich hatte so ein Gefühl von: „eigentlich ist alles möglich!“

Und dann kam die Krise. Dann kam Corona.

Brutal und radikal. Corona hat die Welt zum Stehen gebracht. Und vieles von dem, was unhinterfragbar war, ist jetzt fragwürdig geworden.

Ich glaube eines hat Corona ganz deutlich gezeigt:

Unser Leben ist nicht so unantastbar wie wir immer dachten. Unser Leben ist in erster Linie zerbrechlich.

Genauso zerbrechlich eben wie das Leben von Jesus. Darin ist er ganz und gar Mensch: nicht erfolgreich und triumphierend mit Macht und Gewalt. Jesus ist darin ganz Mensch, indem sein Leben zerbricht.

Sein Leben damals war genauso zerbrechlich wie unser Leben heute. Auch Jesus musste Leid und Not erfahren -  und im Endeffekt konnte er sich nicht verteidigen und zur Wehr setzen gegen die lebenszerstörerischen Kräfte, die ihn ans Kreuz brachten.

Unser Leben ist zerbrechlich. In diesem Jahr an Ostern erleben wir das deutlich und brutal. Vielmehr als die Jahre zuvor.

Und doch bleibt Ostern nicht vor diesem Scherbenhaufen stehen.

Ostern nimmt die Zerbrechlichkeit des Lebens auf – Gott nimmt die Zerbrechlichkeit des Lebens auf und verwandelt sie:

Gott verwandelt und heilt und erneuert letztendlich das Leben trotz all seiner Zerbrechlichkeit. Jesus hängt nicht mehr zerbrochen am Kreuz, sondern – und das ist das Fundament unseres Glaubens – er wurde von Gott auferweckt zu neuem Leben.

Und das ist die Botschaft von Ostern in diesem Jahr: unser Leben ist nicht frei von Krankheit, Leid und Schmerz – das alles ghört dazu; das lernen wir dieser Tag aufs Neue. Das Leben ist nicht einfach perfekt und schön. Das Leben hat auch seine Tiefen und Dunkelheiten.

Auch Gott verhindert nicht alle Dunkelheiten und alles Leiden und alle Krankheiten in der Welt. Aber ich glaube fest daran, dass Gott nicht auf der Seite von Krankheit und Dunkelheit steht.

Gott will für uns das Gute! Deswegen müssen wir nicht zerbrochen am Boden liegen, sondern erinnern uns gerade an Ostern an den Geist Gottes, der uns wieder lebendig macht, genauso wie er Jesus wieder lebendig gemacht hat.

Ich hoffe, dass wir heute an Ostern und jetzt in der Krise, Gottes guten und lebensbejahenden Geist erfahren. Dass wir erfahren, wie er uns heilt, wie er uns neuen Mut und neue Hoffnung zuspricht, gerade in dieser Krise. 

Und wie Gottes Geist neue Kräfte freisetzt, dass wir als Familien, als Freunde, als Gemeinde lernen, wieder neu zusammenzustehen und für uns gegenseitig da zu sein.  Dass wir lernen zu helfen, wo wir helfen können – trotz aller Einschränkungen. Und dass wir lernen, auch wenn wir von einander Abstand halten müssen, im Geist verbunden zu bleiben.

Unser Leben ist zerbrechlich.

Aber ich glaube, dass sich Gott uns zuwendet, dass er uns trösten und helfen kann.

Und ich glaube, dass wir diesen Trost und diese Hilfe weitergeben können – an Ostern und in Zeiten der Krise.

Das ist die Botschaft von Ostern.

Frohe & gesegnete Ostern! Möge Gott mit Euch sein!

Ihr

Pfarrer Matthias Schwarzer

 


 

Andacht zum Palmsonntag 2020

 

Mit dem Palmsonntag steigen wir in die Karwoche ein. Die Woche beginnt mit grenzenlosem Jubel, mit dem Jesus beim Einzug in Jerusalem empfangen wird und sie endet mit dem Tod Jesu am Kreuz. Das Leben verdichtet sich in dieser Woche in den Extremen. Die jubelnde Menge verwandelt sich in einen Mob, der „Kreuzige ihn!“ schreit. Die engsten Gefährten Jesu werden von Angst gepackt und verleugnen ihn. Und auch Jesus begegnet uns so ganz anders. Im Garten Gethsemane begegnet er uns betrübt, ängstlich und verzagt. Er tut das, was Menschen tun, wenn sie von Angst gepackt werden und in ihrem Glauben Halt suchen. Er betet zu seinem Vater: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen.“ Er ringt mit ihm, bringt seine Bitten vor, und findet so die Kraft, den Weg zu gehen, den er gehen muss.

Auch die Coronakrise bringt viele Extreme mit sich: Extreme Einsamkeit für manche, extreme Nähe, für die, die zusammenleben, extreme Sorgen um die wirtschaftliche Situation. Aber auch extreme Entschleunigung, die uns aufmerksamer werden lässt. Wir sehen vieles in der Natur ganz neu, genießen Gemeinschaft bewusst und haben viel Zeit für Dinge, die wir schon lange einmal tun wollten.

In der Krise, die wir gerade erleben, entdecken viele Menschen das Gebet neu. Gerade in Zeiten, die uns verunsichern, tut es gut, wenn wir merken, dass wir mit Gott in Verbindung stehen. So wie es guttut, die Umarmung eines geliebten Menschen zu spüren, so kann es auch trösten, Kraft und Zuversicht geben, wenn wir Gottes Nähe spüren und ihm unsere Nöte und Gedanken anvertrauen. Gebet ist aber auch ein Weg, mit anderen Gläubigen in Verbindung zu treten.

So laden wir Sie, liebe Gemeinde ein, Ihre Anliegen mit uns zu teilen:

Neben der Kirche, unter dem Schaukasten ist ein Briefkasten für Gebetsanliegen angebracht. Da können Sie einen Zettel einlegen. In unseren wöchentlichen Andachten wollen wir diese Anliegen aufnehmen und in der Fürbitte vor Gott bringen.

 

Gott behüte Sie in dieser bewegten Zeit!

Ihre Pfarrerin Karin Volke-Klink

 

Fürbitte

 

Barmherziger Gott,

wir bitten dich für alle Menschen, die krank sind, hier bei uns und überall auf der Welt. Stehe ihnen bei, in Angst und Not, schenke ihnen Hilfe und Heilung. Sei bei denen, die ihre Angehörigen schmerzlich vermissen, die keinen Besuch bekommen können, im Altenheim, im Krankenhaus oder in ihrer Wohnung.

 

Wir bitten dich für alle, die den Kranken beistehen. Beschütze Sie und gib ihnen Kraft für ihren Dienst.

 

 Wir bitten dich für alle, die um einen geliebten Menschen trauern. Sein bei denen, die darunter leiden, dass sie nicht so, wie sie es gebraucht hätten, Abschied nehmen konnten. Lass sie Trost und Beistand erfahren.

 

Wir bitten dich für die Familien, für die das Zusammenleben schwieriger geworden ist. Schenke ihnen Geduld, Gelassenheit und Frieden. Sei bei denen, die in der Familie Abwertung, Aggression und Gewalt erleben. Beschütze sie in dieser schwierigen Zeit.

 

Wir bitten dich für alle, die kein Zuhause haben, für die Flüchtlinge, für Obdachlose, für die Ärmsten in den Slums, die auf engstem Raum leben. Lass sie Hilfe erfahren. Hilf uns und den Mächtigen, Wege zu finden, die andere aus ihrer Not herausführen.

 

Sei bei uns allen, Gott. Sei bei uns in Ängsten. Schenke uns Mut und Zuversicht. Hilf uns zu sehen, wo wir für andere da sein können.  Schenke uns offene Augen und Ohren für das Gute, dass uns auch in dieser Zeit zukommt. Hilf uns aus der Kraft deiner Liebe heraus zu leben und sie weiter zu geben.

 

Amen